“Das Porträt” ist umgezogen!
Das Porträt von Berit finden Sie nun unter “Das Porträt: Machen Sie mal eine Diät! – Lebensgefährlicher Ärztepfusch“.
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Auf “Wiederlesen”!
Ihre Birte Vogel
Eine faszinierende, wenn auch traurige Geschichte. Da kommt gleich mehreres zusammen:
“Häufiges ist in der Medizin häufig”. Jeder Husten kann theoretisch ein Lungenkarzinom, jeder Rückenschmerz theoretisch ein Plasmozytom sein. Es ist für Ärzte nicht immer leicht, die Grenze zu erkennen, ab wann nun wirklich genauer nachgeforscht werden muss.
Übergewichtige gibt es viele in der Praxis – wann müsste man nach einem M. Cushing forschen?
Es liegt wahrscheinlich weniger am “Nicht-Wissen” der Ärzte als an der Zeit, die ihnen zur Verfügung steht: Genau den Patienten anzusehen, ihn einmal anzufassen, ihn regelmäßig zu sehen oder ausführlich mit ihm zu reden – das können oder wollen viele Ärzte nicht mehr leisten.
Sicher hätte man der Form des Übergewichtes (“Stiernacken”) mehr Aufmerksamkeit schenken müssen – aber im Nachhinein ist das immer leicht zu sagen.
Unglaublich jedoch, wieviel Patienten aushalten müssen. Wie oft sie nicht gehört werden, wie oft ihnen nicht geglaubt wird – das ist die eigentliche Katastrophe. Das macht sich besonders bei seltenen Erkrankungen bemerkbar.
Aber diese Tragik findet sich auch bei häufigen Erkrankungen: Psychische Störungen beispielsweise sind ein sehr häufiges Problem – und dennoch benötigen viele Patienten im Durchschnitt 10 Jahre, bis sie zu der richtigen Diagnose und richtigen Hilfe gelangen – ganz zu schweigen von Kindern aus desolaten Elternhäusern, die von Kinderärzten nicht entdeckt werden (oder entdeckt werden wollen).
Viele Grüße von Dunja Voos
“Es liegt wahrscheinlich weniger am “Nicht-Wissen” der Ärzte als an der Zeit, die ihnen zur Verfügung steht: Genau den Patienten anzusehen, ihn einmal anzufassen, ihn regelmäßig zu sehen oder ausführlich mit ihm zu reden – das können oder wollen viele Ärzte nicht mehr leisten.”
In meinem Fall muß ich dann doch zu dem Schluß kommen, daß die Ärzte es nicht wissen oder nicht leisten wollen – denn ich bin PRIVAT versichert!
Jede Untersuchung kann mir teuer in Rechnung gestellt werden – jede einzelne “Beratung mit zusätzlichem Zeitaufwand” kostet 16,32 Euro (mehr als jede Gynäkologin pro Quartal von einer gesetzlich versicherten Patientin bekommt (15,60 Euro).
Ich habs gut – ich bin privat versichert, hab Zugriff aufs Internet, weiß, an Informationen heranzukommen und selbst herauszufinden, was x Ärzte in x Jahren nicht einmal in Erwägung gezogen haben.
Aber was machen die armen Seelen, die gesetzlich versichert und ohne Informationsmöglichkeiten sind? Die gehen zu Weight Watchers, werden despressiv, begehen Selbstmord oder sterben an Folgeerkrankungen – und das nur, weil Ärzte – aus welchem Grund auch immer – einen lebensgefährlichen Fehler gemacht haben: der Patientin nicht zu glauben, die Sache nicht zu prüfen.
Liebe Berit,
ein sehr ausführlicher Artikel. Vielen Dank Dir und der Autorin.
Als Betroffene weiß ich wovon Du sprichst. Ich hoffe sehr, dass wir einen Beitrag dazu leisten können, dass es mehr wachsame Ärzte gibt, die bereit sind ihren Patientinnen und Patienten zuzuhören und zu erkennen, dass auch sie nicht alles wissen können. Aber sie können ihre Patienten ernst nehmen und sich mit ihnen gemeinsam auf die Suche nach der Lösung machen. Wir brauchen Ärzte, die uns ernst nehmen, wenn wir sagen, dass wir kaum etwas essen und dennoch zunehmen. Wir brauchen Ärzte, die ernst nehmen, was wir ihnen sagen.
Das wünsche ich mir und dafür setze ich mich ein.
Für Deine Kraft Dich über die Schwierigkeiten, die nach der Operation erst kommen und von denen ich auch ein Lied singen kann, so hinwegzusetzen, bewundere ich Dich.
Viele Grüße
Cordula aus Berlin
Hallo,
eine sehr berührende, beeindruckende Geschichte.
Habe gerade die meine letzten Handyfotos vom Bremer Sambakarneval 2009 auf meine Festplatte gezogen, muss doch mal schauen, ob ich Berit und ihren Partner entdecke:-)
Gruß aus dem Rio des Nordens!
Birgid
[...] wieder einen Knoten im Kopf,was auch daher kommt, dass Olli mir folgenden Artikel geschickt hat: Machen sie mal ein Diät – es geht auch um eine Cushing-Erkrankte,aber das könnt ihr ja selbst lesen.Irgendwie ist das Ganze [...]
Hallo Berit
Ich habe mir deine Geschichte aufmerksam durchgelesen und habe mich genau wiedergefunden.
Ich bin auch an dieser Krankheit erkrankt.
Bei mir geht alles nur etwas schneller und ich bin erst 19. Aber ich habe das Glück das ich auf gute und SEHR aufmerksame Ärzte gestoßen bin. Mein Kardiologe hat die Krankheit vermutet, mich darauf zum Endo geschickt und jetzt ist alles klar.
Ich hoffe das es bei mir nicht so schlimm wird wie bei dir.
Ich wünsche dir für die Zukunft alles gute
Liebe Grüße
Katharina